St. Andreas Ubstadt

PFARRGEMEINDE ST. ANDREAS UBSTADT

Die katholische Pfarrgemeinde St. Andreas liegt im nördlichen Baden-Württemberg in dem Kraichgauort Ubstadt, einem Ortsteil der Gemeinde Ubstadt-Weiher.
 
Mittelpunkt für die ca. 2530 Christen von St. Andreas ist ihre Pfarrkirche. Sie wurde 1739 erbaut, zuletzt 1976 / 77 renoviert und bietet 370 Gläubigen Platz.

Kirchenpatron ist der Hl. Andreas.
 
Die Pfarrgemeinde St. Andreas wird Teil einer Seelsorgeeinheit
Seit dem 01. April 2000 bildete die Gemeinde St. Andreas Ubstadt gemeinsam mit St. Marcellus Stettfeld und mit St. Martin Zeutern die Seelsorgeeinheit Ubstadt. 

Im Jahre 2015 stand erneut eine Umstrukturierung an. Zusammen mit der Seelsorgeeinheit Forst bildet die Seelsorgeeinheit Ubstadt nun die neue Seelsorgeeinheit Forst+Ubstadt-Weiher. Damit waren die Pfarrgemeinden St. Barbara Forst, St. Nikolaus Weiher, St. Andreas Ubstadt, St. Marcellus Stettfeld und St. Martin Zeutern zu einer großen Seelsorgeeinheit mit über 12 000 Katholiken zusammengefügt.

 

DIE PFARRKIRCHE

Die Kirche des Mittelalters
Die Kirche des Mittelalters lag auf dem gleichen Hügel im Dorf, auf dem ihre heute noch bestehende Nachfolgerin erbaut wurde. 1252 wird zum ersten Mal eine „ecclesia“ erwähnt, vermutlich wurde sie aber schon viel früher errichtet. Das Kirchlein war dem HL. Andreas geweiht.
Zerstörungen und Plünderungen im 17. Jahrhundert setzten dem Ort Ubstadt und damit auch seiner Kirche stark zu. Der Turm war abgebrannt, die Sakristei geplündert und demoliert, alles war schadhaft und baufällig.

Der Neubau
Nach langen Querelen begann man 1721 mit einem Bau, der aber bald ins Stocken geriet. Erst Kardinal Damian Hugo von Schönborn bewilligte Ubstadt: „… dass man etwas Rechtes bauen will.“
1729 wurde die alte Kirche abgebrochen und mit dem Neubau begonnen. Nach zwei Jahren konnte der äußere Aufbau im Wesentlichen fertig gestellt werden. Aber noch jahrelang zogen sich die Arbeiten am Innenausbau und an der Ausstattung hin.
Der auffälligste Bauteil ist der Dreikonchenchor ( Chor mit drei etwa gleichgroßen, halbrunden oder polygonalen Konchen, die in drei Richtungen weisen und so im Grundriss ein regelmäßiges Kleeblatt bilden.). Die Grundidee geht offensichtlich auf Kardinal Schönborn zurück, der 1739 die Kirche einweihte, obwohl der Bau noch nicht vollendet war.

Der teuere Dreikonchenchor sorgte für viel Ärger, zumal die Türme noch nicht errichtet waren. 1741 wurde mit dem Turm an der Nordseite begonnen. Der Turm an der Südseite ist jedoch nie gebaut worden. 1976 wurde an dieser Stelle die neue Sakristei errichtet.

Die Innenausstattung
Das wichtigste Ausstattungsstück der Kirche ist der Hochaltar, ein barockes Schnitzwerk. Er erreicht eine stattliche Höhe von 10 m, die bis in die Wölbung der Konche reicht. 1751 wurde er von einem Schreiner angefertigt und mit Wagen und 25 Pferden vom pfälzischen Maikammer zur Kirche transportiert. Auf dem Altarblatt ist das Martyrium des hl. Andreas dargestellt, von dem Hofmaler Wilhelm Dürr 1854 gemalt.
Wie die Grundrisse verraten, wollte man die spätbarocken Nebenaltäre in das Innere der Konchen stellen. Heute stehen sie über Eck.
Die Kanzel stammt aus dem Jahre 1776.

Bauliche Veränderungen
1813 wird die (alte) Sakristei an die mittlere Konche angebaut.
Das Langhaus wurde 1879 um eine Fensterachse erweitert. Die Westfassade erhielt einen Dreiecksgiebel, in dessen Nische die Figur des HL. Andreas steht.
1976: Letzte umfassende Innenrenovierung und Neubau der Sakristei.
 
Das Glockengeläute
Auf der Internetseite der Erzbischöflichen Glockeninspektion der Erzdiözese Freiburg ist das Glockengeläut zu hören.
 SCHUTZPATRON DER PFARRGEMEINDE

Der Apostel Andreas war der Bruder des Simon Petrus und wie dieser von Beruf Fischer. Er stammte aus Bethsaida oder Kapernaum. Er war der erste, den Jesus als seinen Jünger berief; zuvor war er Anhänger Johannes', des Täufers.
Wohl war er im Kreise der Zwölf bei Abendmahl, Himmelfahrt und Pfingsten anwesend, wird aber sonst nicht besonders genannt.
In Patras heilte Andreas nach der Überlieferung die Frau des Statthalters und bekehrte sie zum Christentum. Er riet ihr zur ehelichen Enthaltsamkeit.
Hl. Andreas, Holzskulptur von 1760, im Chorraum der Pfarrkirche
Daraufhin dem Statthalter gegenüber gestellt, konnte er diesen in einer ausführlich berichteten Disputation nicht vom Christentum überzeugen. Der Statthalter ließ Andreas geißeln und zu besonderer Pein und langsamem Tod an ein X-förmiges Kreuz binden. Zwei lange Tage hängend, predigte Andreas dem Volk, himmlisches Licht verhüllte den Sterbenden. Der Statthalter verhöhnte ihn, wurde daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und starb, ehe er sein Haus wieder erreichte.

Meist wird der Hl. Andreas so dargestellt: unbeschuht, mit Fisch, Strick und dem X-förmigen Kreuz.
Das Patrozinium wird am
30. November gefeiert.